Vortrag von Herrn Meyer
Der Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Meyer, Braunschweig beschäftigt sich mit dem Klang von Orchestern und Solisten als Zusammenspiel von Musikinstrumenten- und Raumakustik.
Der Orchesterklang, der sich dem Zuhörer in einem Konzertsaal präsentiert, beruht auf dem Zusammenwirken von Musikinstrumenten- und Raumakustik. Die Vielzahl der unterschiedlichen Instrumente eines Orchesters sind teils in solistischer Funktion, teils in Gruppen zusammengefasst, über eine relativ große Fläche verteilt. Folglich erreicht ihr Klang die Zuhörer sowohl als Direktschall aus unterschiedlichen Richtungen als auch über frühe Wand- und Deckenreflexionen mit unterschiedlicher Laufzeit, wobei die Richtungsabhängigkeit der Schallabstrahlung der einzelnen Instrumente – und damit die Sitzordnung des Orchesters – eine wichtige Rolle spielt. Ein wesentliches Kriterium für einen akustisch guten Saal bildet der Grad „Räumlichkeit“, d.h. die geometrische Ausweitung des Klangs mit zunehmender Lautstärke, die sich im Zusammenspiel von Schallleistungspegel des Ensembles und Intensität früher seitlicher Reflexionen ausbildet. Dabei ist Voraussetzung, dass sich die Spieler auch untereinander hinreichend gut hören können und der Dirigent an seinem Platz einen repräsentativen Eindruck vom Gesamtklang hat. Die genannten Aspekte lassen sich auch auf den Klang von Chören sowie – mit etwas Differenzierung – auf Gesangs- und Instrumental-Solisten übertragen.

