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Audioproduktion für die Image-DVD der Hochschule für Musik Detmold

Matthias Spitzbarth, 2005

Im Sommersemester 2004 entstand an der Hochschule für Musik Detmold die Idee, eine Präsentations-DVD für die Hochschule zu erstellen, eine, wenn man so will, multimediale Visitenkarte. Texte und Grafiken machte das hochschuleigene Öffentlichkeitsreferat selbst, für Regie, Kamera und Authoring wurden externe Leute ins Boot geholt, und alles, was mit Ton und Musik zu tun hatte, übernahmen eigene Studenten. Schließlich wird Komposition und Musikübertragung an der Hochschule gelehrt, also gibt es da kompetente Menschen, die man nicht einkaufen muss, sondern sogar noch als Aushängeschild verwenden kann.
Ich war in der Position des Tonmeisters, der das gesamte Audiomaterial für diese DVD erstellen sollte. Jenes Sommersemester war mein 9. Semester (ein Auslandssemester mitgezählt), ich hatte also schon einige Erfahrungen und fühlte mich der Aufgabe durchaus gewachsen. Ein gewisses Interesse für Filmton brachte ich auch mit, dank Praktika und eigenen kleinen Versuchen, Musik für Kurzfilme zu komponieren. In einer Hörspielproduktion im Vorjahr hatte ich mich außerdem mit Sprach- und Geräuschaufnahmen und deren Montage beschäftigt, also weitaus mehr gemacht, als immer nur Musik aufzunehmen. Viel habe ich aber auch während des Projektes neu dazugelernt. Meine Erfahrungen bei dieser DVD-Produktion möchte ich in dieser Arbeit weitergeben. Wenn wieder mal ein Tonmeister in eine ähnliche Situation kommt, kann er bestimmt davon profitieren, oder zumindest Fehler vermeiden, hoffe ich. Für diese DVD-Video musste nun unterschiedlichster Ton produziert werden. Beim Film gäbe es dafür schon mehrere verschiedene Leute. Ich habe beim Dreh O-Ton geangelt und hinterher geschnitten und gemischt, ich habe zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten Geräusche aufgenommen und zu Soundcollagen verarbeitet, außerdem orchestrale Filmmusik produziert, schließlich die ganzen Töne im Mastering irgendwie in ein Verhältnis zueinander zu setzen versucht. Es war also ein Projekt, das sehr
viele Aspekte des Tonschaffens auf einmal forderte. Das war zwar spannend, hat aber zwei Nachteile: Erstens ergibt es für eine Diplomarbeit kein klar abgegrenztes Thema, denn man kann und sollte bei einem solchen Projekt Wissen aus sehr vielen Gebieten einsetzen, da gibt es für die Dokumentation keinen Anfang und kein Ende. Zweitens macht man sich damit einen Riesenstress, weil viele verschiedene Dinge von einem verlangt werden, darum merke man sich: Ein solches Projekt macht man am besten nicht alleine!
Über das Thema erschöpfend schreiben zu wollen ist also utopisch, natürlich wird die Auswahl persönlich gefärbt sein, und ich werde versuchen, mich in dieser Arbeit sinnvoll zu beschränken. Bei Film und Fernsehproduktionstechnik erwähne ich wirklich nur die Grundlagen, denn ich hatte mich bei dieser Produktion ja vor allem mit dem Ton beschäftigt. Hier werde ich natürlich Grundsätzliches voraussetzen. Man erlaube mir aber, an passenden Stellen ein paar Ton-Tipps zu erwähnen, die ich gerne weitergeben würde, weil ich sie wichtig finde - selbst auf die Gefahr hin, dass manche sie schon
kennen. Essentiell ist aber vor allem, was bei der Produktion des DVD-Audios besonders zu beachten war - vielleicht im Vergleich zu reinen Musikproduktionen -, sowie alles, was auf die Gesamtwirkung der DVD hinzielt. Man darf ja nie vergessen, dass man hier als Tonproduzent nur einen Anteil des Produktes liefert, der aber nur dann gut ist, wenn er im Zusammenhang genau passt. Schließlich gibt es hinterher zu allem Bilder, es wird mit einer Fernbedienung gesteuert, kommt im schlimmsten Fall als 5- to-2-Downmix aus zwei kleinen Fernsehlautsprechern und soll trotzdem noch die Zuschauer/-hörer vom Hocker reißen.
Die Arbeit wird vom Allgemeinen zum Speziellen übergehen. Ich beginne mit einem knappen Überblick über DVD- und Videotechnik, werde mich dann auf die spezielle Image-DVD der HfM Detmold - ihr Konzept, ihre Planung, Anpassung und ihre Struktur - konzentrieren, dabei etwas ausführlicher ihren zentralen „Imagefilm“ vorstellen, seine Entstehung und seinen Aufbau, und schließlich die Produktion und das Mastering aller Töne auf der DVD - nach Ton-Art geordnet - erläutern. Abschließend gibt es ein Kapitel, in dem ich die Vorführung des fertigen Filmes beschreibe und einige abschließende Betrachtungen anstelle, im Anhang noch eine Abteilung mit „FAQs“ - (meist technischen) Fragen, die ich
manchmal hörte, oder von denen ich mir vorstellen könnte, dass man sie mich fragen könnte, wenn ich noch an der Hochschule wäre: “Ach, du hast doch bei dieser DVD mitgemacht... da weißt du doch bestimmt, wie...“ Kurze Beschreibungen der Beispiele auf der beiliegenden DVD, eine Literaturliste und ein Klavierauszug der Filmmusik befinden sich auch im Anhang.
Die klare Einteilung der Arbeit ging manchmal nicht ganz einzuhalten: da im Imagefilm Bild und Ton viel aufeinander Bezug nehmen, ist es schwer, der Übersichtlichkeit halber nur einen der beiden Bestandteile des Films zu beschreiben. Genauso mit der Entstehung des Imagefilms auf dem Papier und seiner schließlichen Produktion, was in zwei verschiedenen Kapiteln liegt. Der Imagefilm war eben nicht fertig, so wie er konzipiert war, auch die Produktion änderte ihn wieder. Teilweise greife ich also auf spätere Kapitel vor, teilweise lasse ich den Leser aber auch in der Beschreibung der Planungsphase im Unwissen über Entwicklungen, die erst in der Produktion auftraten. Eine komplett chronologische
Beschreibung wäre viel unübersichtlicher. Und schließlich gibt es ja nochmal eine Zusammenfassung, wenn alles beschrieben ist. Ich weiß nicht, wann die Arbeit mal wieder aus dem Regal geholt werden wird. Vielleicht bald? Oder erst in fünf oder zehn Jahren? Je später es sein wird, um so weniger Sinn macht es leider, genau auf die heutige Technik einzugehen, darum möchte ich das knapp halten, sonst ist die Arbeit zu schnell veraltet. Ich möchte schon einiges Technische beschreiben und werde dabei auch Patentrezepte geben, die vorerst Handbuch-Lesen ersparen. So oft wie möglich möchte ich aber versuchen zu zeigen, was ich in Hinsicht darauf gelernt habe, wie man die Technik einsetzt, um damit künstlerisch zu arbeiten, denn das ist zeitlos gültig. Und darum geht es in einem Studium an einer Kunsthochschule. Eine DVD zu produzieren, die das Publikum in ihren Bann zieht, ist schließlich eine Kunst. Und das wird auch mit der Technik der nächsten Generation noch gehen.
Und außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass die nächste Generation von Tonmeistern mit der Technik vielleicht nochmal weniger Probleme hat als wir. Die hatten schon im Vorschulalter leistungsfähige Computer, haben nicht viel später selber CDs gebrannt und auch schon zuhause die Familienvideos auf DVD verewigt, sind also in der ganzen Materie bereits viel weiter drin. Das ist ja auch nur gut, denn einerseits wird die Technik vermutlich nicht einfacher, andererseits wird auf dem Tonmeister-Berufsmarkt der Zukunft wohl genau das immer mehr gefordert werden: in Ton, Bild und Computertechnik sich auszukennen - das vielerwähnte Zusammenwachsen der Medienberufe. Ich konnte ja auch immer diejenigen verstehen, die die Nur-Ton-Nur-Klassik-Aufnahmeleiter-Schiene für Detmold vertraten. Klar, wo wird das sonst geboten? Es wird selten gebraucht, aber wenn? Ich denke, Detmold wird hier weiterhin den Studenten alle Möglichkeiten geben, man muss nur für sich selbst (und mit Hilfe seiner Professoren) den richtigen Weg finden und dann konsequent beschreiten. Zwei Dinge muss ich noch sagen, bevor es losgehen kann.
Erstens: Entschuldigung. Was nämlich gerade dieser DVD-Produktion leider anhaftete, ist ein permanentes Zeitproblem. Davon ist sie gezeichnet, und mit mehr Zeit wäre manches anders geworden. Vieles ist nur so umständlich, weil keine Zeit da war. Manche Dinge, die ich als Negativbeispiel in dieser Arbeit nenne, sind genauso auf der fertigen DVD, weil sie mir erst so spät auffallen konnten, dass keine Zeit mehr war zur Korrektur. Also: Man braucht genug Zeit! (allerdings nicht beliebig viel, sonst wird's nie fertig)
Zweitens: Danke. Vielen Dank an alle, die mich bei diesem Projekt unterstützt haben. Eine etwas genauere Aufzählung gibt es am Ende der Arbeit, so dass diese Einleitung nicht allzu lang wird.

 

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