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Untersuchung der Gestaltungsmöglichkeiten früher Reflexionen mit Hilfe eines raumakustischen Modells

Udo Potratz, 2005

Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts hat die raumakustische Forschung bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Nach der grundlegenden Entdeckung W.C.Sabines, wie die Nachhallzeit vom Volumen und dem mittleren Absorptionsgrad der Oberflächen im Raum abhängt, wurden insbesondere in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts viele der heute allgemein anerkannten raumakustischen Kriterien definiert und deren Korrelation mit Kategorien der subjektiven Wahrnehmung untersucht. Nach wie vor befindet sich die raumakustische Forschung in einem Prozess der Weiterentwicklung und Differenzierung, wie eine Vielzahl von Veröffentlichungen der jüngeren Zeit zeigt. Insbesondere wird bei der Sichtung der Literatur zur Raumakustik deutlich, welchen hohen Stellenwert die bewusste Gestaltung der frühen Reflexionen bei der Planung und Realisierung von Konzerträumen hat.
Nicht anders stellt sich die Situation dar, wenn man die Diskussion um die optimalen Abhörbedingungen in Regieräumen verfolgt. Auch hier zeigt sich, welche Bedeutung die sorgfältige Behandlung der frühen Reflexionen am Abhörplatz hat.
Vergleichsweise gering hingegen ist die Zahl der Arbeiten, die sich explizit mit der Rolle der frühen Reflexionen bei der Tonaufzeichnung auseinandersetzt.
Anhand eines rechnerbasierten raumakustischen Modells des Brahmssaals der Hochschule für Musik in Detmold werden in dieser Arbeit die Möglichkeiten des Tonmeisters untersucht, frühe Reflexionen bei der Aufnahme zu gestalten.
Dabei wird zunächst ein Überblick über die relevante Literatur gegeben, die sich mit der Wirkung früher Reflexionen befasst. Der Erläuterung zur Modellierung des Brahmssaals schließt sich eine kurze raumakustische Analyse des Saals an. Im Anschluss wird durch die Simulation akustischer Elemente (Reflektoren, Absorber, Diffusoren) im Modell das Reflexionsmuster an einer typischen Aufnahmeposition gezielt verändert. Die Ergebnisse sollen auralisiert und im Rahmen von Hörtests auf Ihre Wirksamkeit geprüft werden.

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