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Forschung und Entwicklung

...am Erich-Thienhaus-Institut.

Im Bereich Forschung kooperiert das ETI mit deutschen und internationalen Musikhochschulen, Universitäten und Hochschulen. In den Bereichen Musikwissenschaft (Universität Paderborn), Akustik und Signalverarbeitung (FH Bielefeld, RWTH Aachen) sowie Phoniatrie (Universitätskliniken Aachen, Frankfurt, Hamburg, Berlin sowie Brüssel) laufen gemeinsame Forschungsprojekte sowie Masterarbeiten und Promotionen. Schwerpunkte sind hier die Musikalische Akustik, Stimmanalyse und -synthese (DFG-gefördert), die Singstimme sowie Musikwahrnehmung und Musikergesundheit. Im Rahmen des DEGA-Fachausschusses „Elektroakustik“ und des VDT-Referats „Forschung und Entwicklung“ werden Seminare und Symposien zu aktuellen Themen wie WFS abgehalten.

 Newsletter 2016 - Research@ETI

 

Auszug aus "Ad notam 09|10", dem Jahrbuch der HfM Detmold:

Was machen Wissenschaftler an der Hochschule für Musik Detmold?

 

Die HfM Detmold ist eine Hochschule, an der in erster Linie Musiker ausgebildet werden, um Musik auf höchstem Niveau zu produzieren. Die hierfür nötigen Voraussetzungen bietet die Hochschule in vielerlei Hinsicht: Hochschullehrer von Weltruf, Musikinstrumente und Räume sind in unvergleichlicher Qualität und Vielfalt vorhanden. Für die Aufführung von Kompositionen insbesondere der Musik vor 1900 sind die Bedingungen ideal. Auch die Fähigkeiten, Musik aufzunehmen und in vielfältiger Form zu speichern und wiederzugeben, wird an der HfM im Erich-Thienhaus-Institut von preisgekrönten Tonmeistern vermittelt. Der Anspruch an die Qualität der Aufnahmen sowohl in technischer als auch künstlerischer Sicht ist extrem hoch, und die von Detmolder Tonmeistern geschaffenen Aufnahmen genießen Weltruf.

Wofür also braucht die HfM Wissenschaft? Gewinnt die Hochschule mit der Beschäftigung wissenschaftlich arbeitender Menschen oder verliert sie möglicherweise ihr einmaliges Profil? Bevor ein Versuch unternommen wird, diese Fragen zu beantworten sei eine einfache Definition des Begriffs Wissenschaft gegeben:

 

WISSENSCHAFT SCHAFFT NEUES WISSEN

 

Wissenschaftler sind demnach Menschen, die sich darum bemühen, dem vorhandenen Wissen neue Erkenntnisse hinzuzufügen. Nun könnte man meinen: “neues Wissen kann ja nicht schaden, doch warum sollten solche Menschen an der HfM Detmold arbeiten, wenn es doch Universitäten gibt?”

Eine Betrachtung einiger Arbeitsgebiete an der HfM Detmold zeigt mögliche Gründe:

 

    • Musiker verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit Musizieren bei Proben und bei Auftritten. Hierbei sind sie vielfältigen psychischen und physischen Einflüssen ausgesetzt, die sowohl ihre Gesundheit als auch ihre Performance beeinträchtigen können. Beispiele sind die Auftrittsangst von Musikern sowie hohe Schallintensität in Orchestern. Das Wissen darum, was diese Probleme verursacht und wie sie verringert werden können, wird mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden geschaffen und in Form von Beratungsangeboten oder Produkten für den Erhalt der Gesundheit von Musikern (persönlicher Gehörschutz, Schallschutzschirme in Orchestern) nutzbar gemacht. Die Anwendbarkeit von transparenten Schutzschirmen während der Probenarbeit eines Orchesters wurde beispielsweise vom ehemaligen Detmolder Tonmeister Dr.-Ing. Ingolf Bork und Dr.-Ing. Heinz-Dieter Neumann von der Unfallkasse NRW untersucht, und die Nutzung der Schirme für das Hochschulorchester der HfM wird in einem Kooperationsprojekt vom Hochschulorchesterleiter Karlheinz Bloemeke, Frau Schuppert und Herrn Kob mit freundlicher Unterstützung von der Stadt Detmold (Fachbereich für Kultur, Tourismus und Marketing) erprobt. An einer Universität kann ein solches Projekt nicht durchgeführt werden, da hier die Musiker und Mitarbeiter der HfM aktiv an der Wissenschaft beteiligt sind.

    • Es ist bekannt, dass Musiker in den meisten Fällen ein sehr gutes Gehör haben, obwohl sie ja berufsbedingt nicht unerheblichen akustischen Belastungen ausgesetzt sind und auch bei Ihnen die Hörfähigkeit mit dem Alter abnehmen müsste. Zur Untersuchung der Hörfähigkeit von Musikern und Nicht-Musikern bei hohen Frequenzen (bis an die Hörgrenze bei 16 kHz) wurde vor Kurzem eine Studie in Kooperation mit dem Detmolder HNO-Arzt Dr. med. Manfred Pilgramm, der Leiterin des Zentrums für Musikergesundheit Dr. med. Maria Schuppert, der Dipl.-Tonmeisterin Friderike Pessler, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Mario Otten und dem Professor für Theorie der Musikübertragung Dr.-Ing. Malte Kob durchgeführt. Die Untersuchung von insgesamt 69 Musikern, Tonmeistern und Nichtmusikern belegt die überdurchschnittlich gute Hörfähigkeit von Musikern insbesondere bei hohen Frequenzen.

    • Schallereignisse werden von Menschen dreidimensional wahrgenommen. Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche Verfahren und Geräte, Schallfelder räumlich aufzunehmen, zu speichern und wiederzugeben, doch fehlt bei den neuen Verfahren die für die bislang üblichen Formate (Mono, Stereo, 5.1-Surround) über lange Zeit gesammelte Erfahrung. Eine Ausbildung auf höchstem Niveau bedeutet, dass die Lehre aktuelle Inhalte hat. Die Inhalte in den technischen Fächern werden im Wesentlichen durch die Historie aber auch Neuentwicklung von Methoden und Geräten geprägt, die aus dem Schaffen neuer Erkenntnisse, neuer Verfahren, also neuen Wissens entstanden sind. Auf dem International Congress on Spatial Audio wurden diese Themen vorgestellt und mit den 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 17 Ländern diskutiert. Weitere Informationen über eine eigens für den Kongress durchgeführte Aufnahmesession findet sich hier.

 

Im folgenden Bild ist die Verknüpfung der Wissenschaft mit den anderen Gebieten, Methodiken und Fächern am Beispiel der Musikübertragung dargestellt.

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