Oft genug wird auf diesen Seiten das Nexus-System erwähnt. Da das für
manche vielleicht schwierig zu verstehen ist und in der
Institutstechnik doch ziemlich wichtig, versuche ich eine Erklärung.
Das
Nexus ist eine digitale Kreuzschiene. Es kann helfen, zu wissen, was
eine analoge Kreuzschiene war. Bei analogen Kreuzschienen laufen
Signalleitungen an einem zentralen Ort zusammen, und man kann
komfortabel alle ankommenden Signale beliebig wieder von der
Kreuzschiene weg zu den Zielgeräten schicken. Wie bei einer Patchbay,
nur statt Kabeln verwendete man hier einfach Kontaktstifte. Es war ein
großes Feld mit vielen Buchsen, das horizontal die Eingänge aufliegen
hatte und vertikal die Ausgänge. Steckte man mit den Kontaktstiften
eine Diagonale von links oben nach rechts unten durch die Kreuzschiene,
gingen alle Signale 1:1 weiter. Eingang 1 wurde auf Ausgang 1 geroutet,
Eingang 2 auf Ausgang 2, etc.
Auch das Nexus hat viele Ein- und Ausgänge. Weil es eine digitale
Kreuzschiene ist, werden alle Signale darin digital übertragen. Es hat
zunächst mal verschiedene Eingänge. Vom kombinierten
Mikrofon-Vorverstärker/Wandler über normale analoge Line-Eingänge bis
zu digitalen Eingängen wie AES/EBU oder MADI gibt es verschiedene
Anschlußtypen. Genauso finden sich auch verschiedene Ausgangsarten. Die
Signale werden ins Nexus eingespeist oder aus dem Nexus ausgegeben an
den sog. Basisgeräten. Zwischen ihnen werden sie über Lichtleiterkabel
übertragen. In jedem Basisgerät sitzen bestimmte Module, die Audio in
bestimmten Formaten aufnehmen bzw. ausgeben können. Je nach Ort und
Aufgabe des Basisgerätes sind das verschiedene. Im Aula-Basisgerät sind
ganz viele Mikrofon-Eingangsmodule. Im Regie 2-Basisgerät sehr viele
AES/EBU-Module zur Kommunikation mit den DA-88. Im Basisgerät im
Maschinenraum sind viele Module, die analoge Line-Pegel verarbeiten,
weil das SSL ja ein analoges Pult ist und schon 32 Kanäle vom Nexus
bekommen und zum Nexus geben können sollte.
Bedient
wird das Nexus über Computer. Dort kann man Koppelpunkte setzen auf
einem Feld, in dem horizontal die Eingänge des Nexus liegen und
vertikal die Ausgänge(kommt das jemandem bekannt vor?). So kann jedes
Signal, das irgendwo im ETI ins Nexus gelangt, an jeder beliebigen
Stelle im Institut wieder ausgegeben werden, wo ein Nexus-Ausgang
anliegt. Freilich können nicht überall Basisgeräte stehen, aber man
kann jeden Raum über ein paar Kabel mit einem Basisgerät verbinden. So
können z.B. Mikrofonsignale aus der Aula in alle Regien verschickt
werden. Welches wohin, kann man mit jedem Regiecomputer steuern. Nur
ein Computer muß direkt ans Nexus angeschlossen sein, bei allen anderen
reicht es, wenn sie sich in einem gemeinsamen Datennetzwerk mit diesem
Computer befinden.
Das Nexus-System gibt es in Detmold schon deswegen, weil das Aurus-Pult
nicht ohne Nexus arbeiten kann. Alles, was in dieses Mischpult
hineingehen soll, muß am Nexus hängen; und heraus bekommt man es nur
über einen Nexus-Ausgang. Nebenbei klingen aber die Vorverstärker des
Systems auch noch hervorragend, es ist komfortabel zu bedienen (per
Mausklick Konfigurationen abrufen, für die man in der Regie 1 eine
schöne Zeit lang Kabel steckt), völlig verlustfrei weil digital und
einfach zu erweitern .
Alles klar?
(ms)
