Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Lehraktivitäten Seminare Beispiele Orchester-Mischung

Beispiele Orchester-Mischung

In den nachfolgenden Beispielen ging es nicht um die perfekte Mischung, sondern es sollte gezeigt werden, in welchem Rahmen sich die nachträgliche Einflussnahme bewegen kann. Es ist Aufgabe des Tonmeisters nach ästhetischen Gesichtspunkten vorzugehen, denn technische Raffinessen können ein Unvermögen der Musiker nicht kompensieren.

Damit die unterschiedlichen Mischungen der jeweiligen Beispiele gut verglichen werden können, wurden die Lautstärke-Unterschiede, die sich zwangsläufig bei Verwendung verschieden vieler Mikrofone ergeben, ausgeglichen.

(Bitte nach dem Hören den zurück-Button des Browsers betätigen)

  • In unserem ersten Beispiel hört ihr zunächst nur das Hauptmikrofon. (MUSIK 1a)

  • Nun werden die Streicherstützen hinzugemischt. Achtet auf die bessere Präsenz der Streicher. Der Gesamtklang wird durchsichtiger und brillanter. (MUSIK 1b)

  • Durch Hinzunahme der Flötenstützen lässt sich dieser Effekt noch verstärken. (MUSIK 1c).

[Partiturausschnitt Bsp.1]

 

  • Für unser zweites Beispiel haben wir nur wenige Takte gewählt. Hört zuerst das Hauptmikrofon (MUSIK 2a).

  • Mit hinzugezogener Violine 1-Stütze gewinnt die Gegenstimme zum Klarinetten-Solo an Deutlichkeit. Der Gesamtklang bekommt mehr Dimension und Tiefe. (MUSIK 2b)

[Partiturausschnitt Bsp.2]

 

  • Unser drittes Beispiel behandelt das Verhältnis zwischen der Pauke und dem Rest des Orchesters. In der Partitur seht ihr einen Paukenwirbel im pianissimo. In der ersten Fassung (MUSIK 3a), einer Mischung aus Hauptmikrofon und diversen Stützen, kann man ihn nur erahnen.

  • Wie sehr sich der Charakter der Musik ändern kann, wenn man die Paukenstütze hinzunimmt, hört ihr in der zweiten Fassung (MUSIK 3b). Die Gesamtstimmung wirkt wesentlich bedrohlicher.

[Partiturausschnitt Bsp.3]

 

  • Auch innerhalb der Streichergruppe kann es zu Balance-Problemen kommen. Achtet bei unserem nächsten Beispiel auf das Verhältnis zwischen ersten und zweiten Violinen. In der ersten Mischung sind die ersten Violinen besonders gestützt (MUSIK 4a).

  • Man kann die Spannung erhöhen, indem man die Gegenstimme - hier die zweiten Violinen - nicht im Hintergrund lässt, sondern das Verhältnis anpasst. (MUSIK 4b)

[Partiturausschnitt Bsp.4]


Es wurde schon erwähnt, dass sich nicht nur Unausgeglichenheiten in Bezug auf Balance am Mischpult lindern lassen, auch musikalische Abläufe können unterstützt werden. Im folgenden Beispiel haben wir versucht, ein Crescendo des gesamten Orchesters durch organische Lautstärke-Anhebung zu verdeutlichen.

  • Zuerst hört ihr eine Mischung aus Haupt- und Stützmikrofonen. (MUSIK 5a)

  • Wenn man die Stützen, die durch die nahe Position an den jeweiligen Instrumenten ein sehr direktes Signal aufweisen, anhebt, ergibt sich der Eindruck eines näherkommenden Klanges. Der Hall-Anteil wird mit zunehmendem Crescendo geringer. Dies ist deutlich zu hören. (MUSIK 5b)

  • Um diesem Effekt entgegenzuwirken, hebt man in passendem Verhältnis den künstlichen Hall mit einem Hallgerät an. Somit wirkt das Crescendo weniger unecht. (MUSIK 5c)

[Partiturausschnitt Bsp.5]

Prinzipiell ist festzustellen, dass diese "musikalische Hilfe" seitens des Tonmeisters nicht immer Anwendung finden kann. Es gibt nicht nur Möglichkeiten, sondern auch Grenzen - insbesondere in musikalisch-ästhetischer denn technischer Hinsicht - bei der Aufnahme und Klangbearbeitung. (ai+js)

 

Artikelaktionen