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Berufsbild Tonmeister

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Der Tonmeister ist gemeinsam mit den Musikern für die Qualität einer Musikproduktion verantwortlich und wählt für jede Aufnahmesituation in Abhängigkeit akustischer und musikalischer Gegebenheiten optimale Geräte und Methoden zur Übertragung einer musikalischen Interpretation in eine mediale Reproduktionsform aus. Dabei ist eine künstlerisch-technische Doppelqualifikation gefragt. In seiner Funktion als Aufnahmeleiter ist er für die Durchführung der Aufnahme und die Kommunikation zwischen Aufnahmeraum und Tonregie verantwortlich und ist der künstlerische Leiter des Aufnahmeteams. In seiner Funktion als Tonmeister am Mischpult ist er der technische Leiter des Aufnahmeteams.

Eine musikalische Idee – zum Zeitpunkt wo der Tonmeister hinzugezogen wird in der Regel schon realisiert in einer musikalischen Interpretation - möglichst getreu der Partitur sowie aufführungspraktisch und künstlerisch-ästhetisch optimal als Aufnahme zu produzieren, unter künstlerischen und technischen Aspekten zu bearbeiten, und für die Wiedergabe in gängigen Reproduktionsformaten aufzubereiten ist die Aufgabe des Tonmeisters. Dabei unterstützt und berät er Interpreten und ggfs. Komponisten in ihrem musikalischen Gestaltungswillen durch zum einen unterstützende Rückmeldung und - wenn notwendig -  Einflussnahme auf das musikalische Geschehen vor den Mikrofonen, als auch durch die Gestaltung mit den technischen Werkzeugen auf dem Weg von der musikalischen Probe über die eigentliche Aufnahme bis hin zum fertigen Tonträger.

Die Berufsbezeichnung Tonmeister ist ein historisch gewachsener Begriff der heute kontextabhängig in mehreren Bedeutungen verwendet wird. Mit Beginn der professionellen Tonaufnahmen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellte sich schnell heraus, dass man für die Aufnahme von Musik neben einer technischen auch eine musikalische Kompetenz auf Augen- und Ohrenhöhe mit den Interpreten benötigt. Eine Musikaufnahme kann nur dann gelingen, wenn der zur Tonaufnahme Berufene auch musikalisch abwägen und entscheiden kann. Der Begriff „Meister“ war und ist in Deutschland in vielen Berufszweigen die höchste Qualifikationsstufe – geboren aus der jahrhundertealten Tradition des Deutschen Innungswesens - und so war es nur folgerichtig, diesen Meister der Tonaufnahme ganz einfach „Tonmeister“ zu nennen.


Absolventen dieser Tonmeister-Studiengänge werden hauptsächlich für folgende Aufgabengebiete vorbereitet: Zum einen für den Beruf des künstlerischen Aufnahmeleiters (engl. Recording Producer), der auch Musikregisseur genannt wird, und zum anderen für den Beruf des klangbildenden Tonmeisters am Mischpult bei Musikaufnahmen (engl. Balance Engineer), wobei prinzipiell beide Berufsfelder von einem Detmolder Absolventen abgedeckt werden können, und jeder Absolvent selbst seinen Schwerpunkt später im Berufsleben findet.In Detmold wurde ab 1949 für die Ausbildung dieser musikalisch-technischen Doppelkompetenz erstmalig ein Hochschulstudium an einer Musikhochschule begründet. In Berlin (- West und von 1951 bis 1992 auch in Ostberlin)  wurden später weitere gleichartige Institute ins Leben gerufen, die gemeinsam mit Detmold den Grundstein dafür gelegt haben, dass die Absolventen dieser Institute über Jahrzehnte den weltweit guten Ruf und auch Mythos der deutschen „Tonmeister“ in der Branche begründen konnten. Entsprechend anspruchsvoll sind die Aufnahmeprüfungen für einen der begehrten Studienplätze an diesen Instituten.

Die Spanne der Einsatzgebiete umfasst sämtliche Besetzungen, Solo bis zum Sinfonieorchester, vom Jazz-Duo bis zur Big Band, von Singer/Songwriter bis zur Metal-Band, vom Live-Mitschnitt bis zur Übertragung eines Domkonzertes oder einer Oper, von einer Stereo-Aufnahme bis zu einer 120-Spur-Produktion für die Wellenfeldsynthese, und stilistisch über alle Epochen der Musikgeschichte bis zur Gegenwart.

Tonmeister arbeiten in den Bereichen Rundfunk, Film und Fernsehen und in privaten Tonstudios. Zunehmend erschließen sich Absolventen des Tonmeisterstudiums aufgrund ihrer hochwertigen und facettenreichen Ausbildung auch artverwandte Berufsfelder in den Bereichen Beschallung (FOH), in Theatern und Opernhäusern sowie in der Entwicklung von Audiotechnik.

 

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