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Vergleich verschiedener Orchesteraufstellungen

deutsche Orchester Aufstellung

Orchesteraufstellung 

Die Orchesteraufstellung hat durch die verschiedene räumliche Verteilung der einzelnen Stimmen erheblichen Einfluß auf Hörbarkeit und Klang der jeweiligen Stimme. Je nach Literatur können so Stimmverschmelzung oder "Zwiegespräche" gefördert werden. Besonders in der historischen Aufführungspraxis wird meist wieder in der (damals üblichen) deutschen Aufstellung gespielt.

Die drei folgenden Musikbeispiele sind einem Seminar für Dirigenten entnommen, das die Musikhochschule Detmold unter Beteiligung des Erich-Thienhaus-Instituts am 7. und 8. Dezember 2002 veranstaltete. Ein Teil des Seminars sollte die klanglichen Auswirkungen verschiedener Orchesteraufstellungen veranschaulichen. Prof. Jürgen Meyer, der sich bei seinen Forschungen an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig ausführlich mit diesem Thema beschäftigt hat, demonstrierte die Unterschiede anhand ausgewählter Musikbeispiele mit einem Orchester aus Studierenden.

Hörbeispiele 

  • Beispiel 1 entstammt der Prager Sinfonie von Mozart und vergleicht den Klang der deutschen und der amerikanischen Orchesteraufstellung. Bei der heutzutage weltweit üblichen amerikanischen Aufstellung sind erste und zweite Violinen nebeneinander angeordnet, bei der in Vergessenheit geratenen deutschen Aufstellung befinden sich die Violinen auf entgegengesetzten Seiten der Bühne (siehe Bild). Der klangliche Unterschied besteht vor allem in der Verschmelzung der beiden Geigengruppen im unisono, die je nach Aufstellung unterschiedlich gelingt.
  • Auch das zweite Beispiel ist der Prager Sinfonie entnommen. Sie hören nur die Violinen in der deutschen und der amerikanischen Orchesteraufstellung. Hier ist auf die Klangverschmelzung der beiden Geigengruppen bei Parallelführung in Terzen, Sexten oder Oktaven zu achten.
  • Beispiel 3 (aus der 7. Sinfonie von Beethoven) vergleicht die amerikanische Orchesteraufstellung mit der sogenannten Furtwängler-Aufstellung. Wie der Grafik zu entnehmen ist, sind hier gegenüber der amerikanischen Aufstellung die Bratschen mit den Celli vertauscht, was Auswirkungen auf die Balance und den Klang beider Instrumentengruppen hat.
(nb+tb)
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