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Prof. Dr. Jürgen Meyer

Dozent für musikalische Akustik am Erich-Thienhaus-Institut zwischen 1968 und 2004


Vita: 

Dr. Jürgen Meyer
*16. März 1933 in Braunschweig, Akustiker. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in seiner Heimatstadt studierte Meyer an der dortigen Technischen Hochschule Elektrotechnik und Akustik und promovierte 1960 mit einem Thema zur Akustik der Orgelpfeifen. 1957 trat er in das Laboratorium für Musikalische Akustik der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig ein, dessen Leitung er 1971 als Nachfolger von Werner Lottermoser übernahm; von 1985 bis zur Versetzung in den Ruhestand war er dann Leiter des Fachbereichs "Hörakustik". Im Jahre 1968 erhielt er einen Ruf an die Hochschule für Musik in Detmold, um dort als Nachfolger von Erich Thienhaus die Tonmeisterausbildung zu übernehmen. Diese Position nahm er zwar nicht an, wirkt aber seitdem dort als Lehrbeauftragter für Musikalische Akustik und wurde 1980 zum Professor ernannt. Von 1995 bis 1998 war er auerdem Präsident der Deutschen Gesellschaft für Akustik. Seine musikalischen Aktivitäten umfassen Violinspiel (insbesondere Streichquartett) und die Leitung eines Amateur-Kammerorchesters, mit dem er 1991 das ihm gewidmete Divertimento für Streichorchester Opus 109 von Giselher Klebe uraufgeführt hat.
Meyers wissenschaftliche Arbeiten umfassen den gesamten Bereich der Musikinstrumenten-Akustik sowie musikalisch relevante Themen aus der Raumakustik und der Psychoakustik, ausgerichtet auf praxisorientierte Ergebnisse für Musiker, Instrumentenbauer oder Tonmeister. Schwerpunkte seiner Untersuchungen bilden daher zum einen die Zusammenhänge zwischen Spieltechnik und klanglichem Resultat bei Streich- und Blasinstrumenten, zeitweilig in Zusammenarbeit mit Max Rostal und der European String Teacher Association (ESTA). Zum anderen beschäftigte sich Meyer intensiv mit Fragen des Gesamtklangs von historischen und modernen Orchestern in Wechselwirkung mit den zugehörigen Konzertsälen sowie den unterschiedlichen Orchesteraufstellungen. Weitere Schwerpunktthemen waren Qualitätskriterien für Musikinstrumente und der Einfluss instrumentenbautechnischer Details auf Klang und Intonation sowie die für Tonmeister und Konzertpraxis gleichermaen wichtige Richtungsabhängigkeit der Schallabstrahlung; sein Buch "Akustik und musikalische Aufführungspraxis" gilt inzwischen als Standardwerk. Seit 1997 widmet er sich vor allem der Kirchenakustik. Besonderen Wert legte Meyer auf allgemeinverständliche Präsentationen seiner Forschungsergebnisse; so fanden seit 1990 seine Demonstrationsvorträge mit groen Orchestern, bei denen er als Referent und Dirigent auftrat, groes internationales Interesse (u.a. in USA, Japan und der Berliner Philharmonie). 1992 wurde Meyer in Anerkennung seiner Forschungsarbeiten von der Acoustical Society of America zum "Fellow" ernannt. 2004 wurde ihm in Würdigung seines wissenschaftlichen Lebenswerkes von der Deutschen Gesellschaft für Akustik die Helmholtz-Medaille verliehen.

Schriften (Auswahl)
 
  • Über die Möglichkeiten einer Dendrochronologie von altitalienischen Geigen, in: ZfI 12. Jahrgang 1958, 295 - 297 (mit Werner Lottermoser)

  • Akustik der Holzblasinstrumente in Einzeldarstellungen, Ffm. 1966

  • Orgelakustik in Einzeldarstellungen, Ffm 1966 (mit Werner Lottermoser)

  • Über die Intonation bei den Klarinetten, in: ZfI 23. Jahrgang 1967, 480 - 484

  • Akustische Gesichtspunkte bei der Aufstellung der Streicher im Orchester, in: Das Musikinstrument 16. Jahrgang 1967, Heft 10, 1 - 10

  • Akustik und musikalische Aufführungspraxis, Ffm 1972, 4. erw. Aufl. 1999

  • Physikalische Aspekte des Geigenspiels, Siegburg 1978

  • Raumakustik und Orchesterklang in den Konzertsälen Joseph Haydns, in: Acustica 41. Jahrgang 1978, 145 - 162

  • Die Tonhöhenempfindung bei musikalischen Klängen in Abhängigkeit vom Grad der Gehörschulung, in: Acustica 42. Jahrgang 1979, 189 - 204

  • Zum Klangphänomen der altitalienischen Geigen, in: Acustica 51. Jahrgang 1982, 1 - 11

  • Zum Hör-Erlebnis des Musikers - Auditive Kommunikation als Problem der Raumakustik, in: Tiefenstruktur der Musik, Festschrift Fritz Winckel zum 75. Geburtstag, Berlin 1982

  • Akustik der Gitarre in Einzeldarstellungen, Ffm 1985

  • Zum Einfluss der Spieltechnik auf den Klang der Querflöte, in: Tibia 13. Jahrgang 1988 179 -190 (mit Ingolf Bork)

  • Qualitätsaspekte bei Musikinstrumenten, Celle 1988 (Hrsg.)

  • Comprehending concert hall acoustics by orchestra demonstrations, in: Proc. Int. Symp. on Music and Concert Hall Acoustics Kirishima 1995, part 7, 1 - 10

  • Zur Raumakustik in Joh. Seb. Bachs Kirchen, in Bericht 21. Tonmeistertagung Hannover 2000, München 2001, 1064 - 1077

  • Kirchenakustik, Ffm / Bergkirchen 2003
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