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Treffen der Tonmeisterinstitute zum Thema "Ästhetik der Musikproduktion" (TTTÄM) - 22.-24.11.13

 

Worum geht es eigentlich in der Musikproduktion?

 

Gruppenbild Worum geht es eigentlich in der Musikproduktion? Um möglichst große Mischpulte, an denen jeder Knopf sofort erkannt und bedient werden kann? Um die neusten Geräte, die noch etwas weniger Rauschen und etwas mehr Funktionen besitzen als ihre Vorgänger? Um das Aufnehmen in immer höheren technischen Qualitätsstufen – zumindest auf dem Papier?

Die Technik spielt definitiv eine entscheidende Rolle im Alltag der Musikproduktion und wird auf zahlreichen Tagungen (VDT-Tonmeistertagung, AES-Convention) von allen Seiten beleuchtet und diskutiert. Sie zu beherrschen, ist Voraussetzung und Anspruch tonmeisterlicher Arbeit. Sie kreativ und als Werkzeug für künstlerisch anspruchsvolle und ästhetisch wertvolle Musikproduktion einzusetzen, macht den eigentlichen Reiz der Arbeit erst aus. Im Rahmen der etablierten Fachtagungen steht dieser Aspekt künstlerischer Tätigkeit leider zu oft im Schatten einer Überzahl an technisch konzentrierten Konferenzbeiträgen.

Die künstlerischen Facetten und Anforderungen an die Musikproduktion als Kernthema zu diskutieren, sollte deshalb Sinn und Zweck eines internationalen studentischen Symposiums sein, das Studierende des Erich-Thienhaus-Instituts im November 2013 nach Absage der ICAMP organisierten. Unter dem Titel „Treffen der Tonmeisterinstitute zum Thema Ästhetik der Musikproduktion“ wurde dabei intensiv und äußerst kontrovers unter anderem die Aufgabe des Tonmeisters als Interpret diskutiert.

Eingeleitet durch einen Vortrag von Dr. Lorenz Luyken mit dem Titel: „Der Tonmeister als Interpret, oder: Man kann nicht nicht interpretieren“, wurde im Laufe einer inszenierten Aufnahmesituation dasselbe Werk (Franz Schubert, Der Einsiedler, D. 393) mit denselben Musikern (Carine Tinney, Gesang & Triantafyllos Liotis, Klavier) im selben Raum, nacheinander von zwei verschiedenen Tonmeistern (Prof. Michael Sandner und Prof. Bernhard Güttler) aufgenommen. Die Tonmeister sollten dabei versuchen, jeweils ihre eigene Interpretation mit den Musikern zu erarbeiten. Mit Hilfe von Video-Audio-Streaming, konnten die rund 100 Teilnehmer sowohl das Geschehen in der Regie, als auch im Aufnahmeraum live mitverfolgen. Anschließend wurden im Plenum die verschiedenen Herangehensweisen, die Aufnahmesitzung sowie die Praxisanforderungen von Tonmeistern im Alltag reflektiert. Die Aufnahmen wurden zudem am folgenden Tag geschnitten und das Ergebnis konnte dadurch zusammen abgehört und verglichen werden.

Auch die Entwicklung der Aufnahmetechnik (Vortrag von Werner Dabringhaus, MDG) und der Einfluss der technischen Entwicklung auf den Aufnahmeprozess wurden während des Treffens ausgiebig diskutiert. Quintessenz war, dass die technischen Möglichkeiten der Postproduktion (Editieren, Mischen, Mastern) heutzutage immer größer werden. Im digitalen Zeitalter können die Aufnahme-Takes gefühlt beliebig aneinander gefügt, spieltechnische Imperfektionen beseitigt und komplett neue musikalische Spannungsbögen erstellt werden. Das Wissen um die technischen Möglichkeiten wirkt sich dabei auch auf den Aufnahmeprozess und die Einstellung der Musiker und Tonmeister bezüglich der Aufnahmesituation aus. Beispielsweise ist neben dem zunehmenden Anspruch instrumentaler Perfektion bei Tonaufnahmen gleichzeitig ein zunehmendes Vertrauen der Musiker auf die technischen Möglichkeiten der Postproduktion wahrnehmbar. So wird bisweilen bereits im Vorfeld der Aufnahmen auf Passagen hingewiesen, „die auf jeden Fall geschnitten werden müssen.“ Derartige Ereignisse geben Anlass zur Frage: Sind die Hörer von Musikaufnahmen wirklich vor allem an spieltechnischer Perfektion interessiert?

Im Kontrast dazu steht die historische Aufnahmetechnik des Direktschnitts, die während des Treffens von Rainer Maillard (Emil-Berliner Studios, ehemals Professor am ETI) vorgestellt wurde. Beim Direktschnitt werden die Mikrofonsignale während der Aufnahme „direkt“ auf die Schneidemaschine eines analogen Tonträgers (Schallplatte) übertragen. Dadurch ist jegliche Art der Nachbearbeitung unmöglich, doch wird im optimalen Fall bewirkt, dass bei den Musikern und Tonmeistern das Bewusstsein um die entscheidenden Sekunden während der einmaligen Aufnahmemöglichkeit in einer Spannung und Konzentration resultiert, die auch für den Hörer im Ausdruck und Spannungsverlauf der Musik erlebbar werden kann.

Zum Thema der Klangästhetik bei sinfonischen Klangkörpern hielt Wolfram Graul (Cheftonmeister beim Bayrischen Rundfunk) einen Vortrag und Peter Cossé bereicherte die Diskussion über die Musikproduktion zwischen Kunst und Kommerz aus der Sicht eines erfahrenen Schallplattenkritikers. Schließlich und nicht zuletzt wurde auch die Aktualität der Tonmeisterausbildung und Visionen des Tonmeisterberufs an einem runden Tisch heiß diskutiert. Wiederholt wurde dabei hervorgehoben, dass die künstlerisch-musikalischen Fähigkeiten auch in Zukunft im sich wandelnden Berufsfeld der Musikproduktion die Schlüsselqualifikation des Tonmeisterstudenten darstellen werden.

Die Resonanz des Treffens war beachtlich: Insgesamt kamen rund 100 studentische Teilnehmer aus Berlin, Paris, Wien, Zürich, Düsseldorf und Detmold bei dem Treffen zusammen. Durch die Unterbringung der angereisten Studierenden bei den Detmolder Tonmeisterkollegen, eine günstig gelegene Asta-Mensa-Party und einen gemütlichen Grillabend am Konzerthaus, fand nicht nur ein ausgiebiger fachlicher Austausch, sondern auch ein sehr intensives gegenseitiges Kennenlernen statt. Einer der Höhepunkte stellte dabei sicherlich die Fußballtonmeisterschaft im Palaisgarten der HfM Detmold dar, bei der sich die Teams der einzelnen Städte einen genauso fairen wie rutschigen Wettkampf lieferten. Der Pokal wurde glorreich vom Detmolder Team gewonnen und konnte während der AES-Convention im April 2014 in Berlin bereits verteidigt werden. Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle auch die lückenlose Simultanübersetzung des gesamten und ansonsten deutschsprachigen Treffens für die französischen Teilnehmer durch vier angehende Konferenzdolmetscherinnnen. Die Technik hierfür sowie die gesamte Umsetzung der Konferenz wurden dabei von den ETI Studenten selbst organisiert und in toller Teamarbeit gemeistert.

Als Teilnehmer, Vortragende und Diskussionspartner bereicherten zahlreiche Persönlichkeiten aus der professionellen Musikproduktion das Treffen: Dr. Lorenz Luyken (HMTM Hannover), Werner Dabringhaus (Musikproduktion Dabringhaus & Grimm), Wolfram Graul (Bayrischer Rundfunk), Rainer Maillard (Emil Berliner Studios), Christoph Franke (Creative Producer - Digital Concert Hall), Jürg Jecklin (mdw), Andreas Werner (Studiengangsleiter Zürcher Hochschule der Künste), Wolfgang Loos (Studiengangsleiter UdK Berlin), Patrik Lemmens (Galaxy Studios), Andreas Priemer (SWR), Frank Schneider (WDR), René Möller (Teldex), Michael Sandner (ETI/SWR) , Peter Cossé (Preis der deutschen Schallplattenkritik), Bernhard Güttler (ETI), Michael Schubert (ETI), Carlos Albrecht (VDT-Präsident), Friedrich Wilhelm Rödding (MDG), Thomas Angelkorte (SWR), Jozsef Kiss (HfM Detmold, Prof. für Oboe), Dagmar Birwe (Institut für Musik und Medien Düsseldorf), Andreas Meyer (ETI).

Für die große Unterstützung der Hochschule, des Erich-Thienhaus-Instituts , des Fachbereichs 3 und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der HfM möchten wir Tonmeisterstudenten uns noch einmal herzlich bedanken! Das Treffen wurde von den Teilnehmenden ausnahmslos gelobt und eine Fortsetzung ausdrücklich gewünscht. Der Austausch über die künstlerischen Inhalte der Musikproduktion als Kerngebiet der tonmeisterlichen Arbeit verdient es auch in internationalen Konferenzen ausgiebig thematisiert zu werden. Das studentische Treffen in Detmold hat dazu beigetragen einen derartigen Austausch zu ermöglichen und hofft dabei auch für bestehende Konferenzen rund um die Musikproduktion einen Anstoß zu geben, den Fokus wieder auf das Wesentliche der tonmeisterlichen Arbeit zu lenken: Die Musik!

Dominik Streicher

Weitere Bilder zur TTTÄM hier...

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International Conference on Spatial Audio (ICSA) - 10.-13.11.2011


Systematischer Vergleich aller heute verfügbaren Mehrkanal-Aufnahme- und Wiedergabeverfahren 

Organisation: Plakat ICSA
  • Dr. Günther Theile (VDT)
  • Prof. Dr.-Ing. Malte Kob (ETI, HfM)
in Kooperation mit:
  • der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA)
  • und der European Acoustics Association (EAA)

 

Die verschiedenen Mehrkanal- Aufnahme- und Wiedergabeverfahren wurden parallel installiert und während der Konferenz für Hörvergleiche eingesetzt. Für Mehrkanal-Stereofonie, Wellenfeldsynthese, Ambisonics, 2+2+2 und Auro3D waren vom ETI zuvor eigens Musikaufnahmen für diesen Zweck angefertigt worden, sodass diese Verfahren systematisch verglichen und bewertet werden konnten. Workshops widmeten sich der praktischen Umsetzung sowie der ästhetischen und psychoakustischen Wirkung der Verfahren auf die Musikwahrnehmung. Zudem wurden aktuelle Forschungsergebnisse und neueste Produkte präsentiert. Zwei Konzerte mit Musikern, die WFS-Verfahren in ihren Kompositionen einsetzen oder die an den Aufnahmen für die Hörvergleiche beteiligt waren, rundeten das Programm und ließen die ca. 150 Teilnehmer persönliche Eindrücke sammeln.

Hier können Sie die Video-Dokumentation der ICSA 2011 am ETI downloaden | mp4 (740 MB)

 

 

3. WFSpielräume - 30.06.2010


Anthemes II von Pierre Boulez für Violine und Live-Elektronik
  • Jonathan Misch (Musikstudent mit Hauptfach Violine)
  • und Hannes Fritsch (Tonmeisterstudent):

Jonathan Misch und Hannes Fritsch arbeiten an einer Realisation des Werkes "Anthemes II" von Pierre Boulez für Violine und Live-Elektronik. Dieses, 1997 komponierte und uraufgeführte, Werk verbindet vielschichtig verschiedene Elemente elektronischer Liveverarbeitung der Violinenklänge, vorproduzierte Klänge und räumliche Komponenten. Dabei sind die einzelnen Ebenen kaum separiert wahrnehmbar und vermischen sich zu einem Gesamtklang. Ursprünglich konzipiert für eine Wiedergabe mit acht Lautsprechern wird anhand der technischen Beschreibungen deutlich, dass Boulez sich eine Umsetzung mit Wellenfeldsynthese vorgestellt hat, die technisch allerdings noch nicht realisierbar war. Nun wird mit Hilfe der Wellenfeldsynthese zum ersten Mal eine Umsetzung im eigentlichen Sinne Boulez' stattfinden.

 

Vorbereitung der WFS-Steuerung für das Konzert am 29.10.2010
  • Philip Krause & Robin Bös (Tonmeisterstudenten)
  • Patricia Doser (Dirigentin),
  • Musiker der HfM,
  • Falk Grieffenhagen (Musikinformatiker),
  • Prof. Redel,
  • Prof. Kob

Das Werk "Alnilam / Alnitak / Mintaka" für Piano, zwei Vibraphone,Kammerorchester und Wellenfeldsynthese wird im Sommer 2010 geprobt und bei der Eröffnungsveranstaltung des Wintersemesters 2010/11 aufgeführt. Da die Soloinstrumente nicht auf der Bühne stehen, ihr Klang jedoch mittels WFS an verschiedene Orte des Konzerthauses transformiert wird, wird zur Zeit in Gemeinschaftsarbeit ein Konzept entwickelt, die Transformation multimedial fassbar zu machen.

 

 

2. WFSpielräume - 26.05.2010


Shingo Inao (Musiker an den Instrumenten Tosso und Qgo) und Marius Heuser (Tonmeisterstudent)

Der Klangkünstler Shingo Inao musizierte auf seinen selbst konstruierten Instrumenten "Tosso" und "Qgo". Diese beiden Instrumente erzeugen elektronische Klänge, die von ihm mithilfe von speziellen Sensoren gesteuert werden. Das besondere bei Shingo Inaos elektronischer Musik ist die Körperlichkeit, die durch diese Verbindung zwischen Bewegung und Klang entsteht. Insbesondere sein Spiel auf dem Qgo hat neben der Musik eine gestische, theatralische Dimension. Im Konzert wurde erstmals versucht, die körperliche Bewegung, die Teil der Musik ist, auch akustisch mithilfe der Wellenfeldsynthese erklingen zu lassen.

 

Vorbereitung der Fernwerkfunktion der Konzerthausorgel für das Konzert am 19.6.2010

Mit Hilfe der seit kurzem verfügbaren Midi-Funktion der Konzerthausorgel wurde über die WFS ein Fernwerk realisiert. Besondere Beachtung bei der Implementierung fand die Minimierung der Latenzen der elektrischen und akustischen Wege zwischen Keyboard, Klangerzeuger, WFS und Hörer/Spieler.

 

 

WFS Kongress 2009 - Neue Wiedergabeverfahren für Musik

Wissenschaftliche Beiträge - Konzerte - Workshops - Demonstrationen

 

Vom 12. bis 14. Juni 2009 fand im neu eröffneten Konzerthaus und dem Erich-Thienhaus-Institut der Hochschule für Musik Detmold (HfM) ein Kongress zu neuen Wiedergabeverfahren für Musik statt. Der Konzertsaal wurde im Zuge des Umbaus mit einer Wellenfeldsynthse ausgestattet. Der Kongress bot den Besuchern die Möglichkeit die Grundlagen und Besonderheiten räumlicher Wiedergabeverfahren, und auch die Wellenfeldsysteme an der HfM kennen zu lernen. Weiterhin wurden verschiedene Wiedergabeverfahren im direkten Vergleich bewertet.

Es waren verschiedene hochrangige Perönlichkeiten aus der mehrkanaligen Audiobranche geladen, darunter Prof. Dr. J. Meyer, Prof. Dr. D. de Vries, Prof. Dr. K. Brandenburg, sowie Prof. Dr. J. Blauert. Auch Firmen wie Iosono, sonic emotion und SIAP waren vertreten.

Als Rahmenprogramm wurden mehrere Konzerte unter Einsatz der WFS im musikalischen Kontext realisiert.

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