junge DEGA am ETI
Jedes Jahr im Herbst trifft sich die junge Fachgruppe der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) für mehrere Tage an einem Akustik-Institut in Deutschland. Ziel des Workshops ist es, die Vielfalt akustischer Arbeitsfelder kennenzulernen, den fachlichen Austausch zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen.
In diesem Jahr fand der Workshop in Detmold statt. Organisiert wurde das Treffen von Steffen Wurlitzer, Masterstudent im Studiengang Music Acoustics, der die junge DEGA damit an das Erich-Thienhaus-Institut (ETI) holen konnte.
Neben einer Führung durch die Labor- und Aufnahmeräume des ETI sowie durch das Konzerthaus, stand vor allem der wissenschaftliche Dialog im Mittelpunkt des Programms. In Vorträgen von Prof. Malte Kob und Prof. Timo Grothe erhielten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Themen der musikalischen Akustik. Ein besonderes Highlight war zudem ein Interview mit dem kürzlich pensionierten Prof. Werner Dabringhaus, das einen sehr persönlichen Blick auf die Arbeit eines Tonmeisters und die Entwicklung des Fachs ermöglichte.
Großes Interesse weckte auch der Workshop zu Modular-Synthesizern von Matthias Krumme (Universität Paderborn). Hier trat bei vielen Teilnehmenden die musikalische Seite deutlich hervor – ein Impuls, der am Abend in einer gemeinsamen Jam-Session musikalisch weitergeführt wurde.
Auch wissenschaftliche Soft Skills kamen beim Workshop nicht zu kurz. In einer Schreibwerkstatt zum Reviewen wissenschaftlicher Artikel, geleitet von Dr. Hartig Junge und in Kooperation mit der Plattform wiki.audio, konnten die Teilnehmenden ihre Kompetenzen im wissenschaftlichen Arbeiten vertiefen.
Neue Perspektiven eröffneten sich schließlich beim Besuch des KreativInstituts Ostwestfalen-Lippe (KIO). Dort wurden aktuelle Forschungsfelder von virtueller Akustik und VR über Musikinformatik bis hin zu 3D-Audio vorgestellt. Ein besonderer Höhepunkt war das zeitgenössische Konzert „Climb“ von Maria Kalionpää und Davide Mauro, bei dem ein musikalisches Computerspiel realisiert wurde, das eigens für Disklavier komponiert wurde.
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig, lebendig und interdisziplinär die Akustik ist – und wie wertvoll der persönliche Austausch für junge Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen im Fach sein kann.
