Schostakowitsch 11-4

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Ein weiteres Aufnahmeleitungsseminar unter der Leitung von Sascha Etezazi stellte für die beteiligten Tonmeister*innenstudierenden ein außergewöhnlich anspruchsvolles Projekt dar. Im Zentrum stand die musikalische Aufnahmeleitung einer Audio- und Videoproduktion mit der Jungen Deutschen Philharmonie – einem bundesweit etablierten Studierendenorchester mit langer Tradition und einem außergewöhnlich hohen musikalischen Niveau.

Die Pro­duk­ti­on fand im al­ten E-Werk in Schwe­rin statt, ei­ner ar­chi­tek­to­nisch wie akus­tisch be­son­de­ren Lo­ca­ti­on, die zu­gleich in­spi­rie­rend und her­aus­for­dernd war. Auf­ga­be des ETI-Teams war es, un­ter die­sen Be­din­gun­gen die kom­plet­te mu­si­ka­li­sche Auf­nah­me­lei­tung zu über­neh­men und die klang­li­chen Vor­stel­lun­gen des Or­che­s­ters in ei­ne tech­nisch und künst­le­risch über­zeu­gen­de Pro­duk­ti­on zu über­füh­ren.

Ei­ne zu­sätz­li­che Kom­ple­xi­tät er­gab sich durch die en­ge Zu­sam­men­ar­beit mit dem Vi­deo- und Licht­team der Pro­duk­ti­ons­fir­ma klang­ma­le­rei.tv, das für das vi­su­el­le Kon­zept ver­ant­wort­lich war. Die An­for­de­run­gen von Ka­me­ra­ar­beit, Licht­ge­stal­tung und Schnitt be­ein­fluss­ten Auf­bau, Mi­kro­fo­nie­rung und Ab­lauf der Auf­nah­me er­heb­lich. Ei­ne kon­ti­nu­ier­li­che, prä­zi­se Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Ton, Bild und Licht war da­her un­er­läss­lich und ver­lang­te von al­len Be­tei­lig­ten ein ho­hes Maß an Fle­xi­bi­li­tät und ge­gen­sei­ti­gem Ver­ständ­nis.

Mu­si­ka­lisch stand die Auf­füh­rung des 4. Sat­zes der 11. Sin­fo­nie von Dmi­tri Scho­sta­ko­witsch auf dem Pro­gramm, dar­ge­bo­ten von der Jun­gen Deut­schen Phil­har­mo­nie un­ter der Lei­tung von Di­ri­gent Sta­nis­law Kocha­now­ski. Die große dy­na­mi­sche Band­brei­te, die dich­te Or­che­strie­rung und die dra­ma­ti­sche Zu­spit­zung des Werks stell­ten ho­he An­for­de­run­gen an Auf­nah­me­lei­tung, Klang­ge­stal­tung und tech­ni­sche Um­set­zung.

Ne­ben der mu­si­ka­li­schen Ver­ant­wor­tung sah sich das Ton­meis­ter*in­nen-Team mit ei­ner Viel­zahl wei­te­rer Her­aus­for­de­run­gen kon­fron­tiert: dem Ar­bei­ten mit ei­nem großen pro­fes­sio­nell or­ga­ni­sier­ten Or­che­s­ter, ei­ner un­be­kann­ten rä­um­li­chen Um­ge­bung, ei­nem auf­wen­di­gen tech­ni­schen Se­tup so­wie dem Zeit­druck ei­ner kom­ple­xen Me­di­en­pro­duk­ti­on. Vie­le Ent­schei­dun­gen muss­ten un­ter rea­len Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen schnell und den­noch fun­diert ge­trof­fen wer­den.

Ge­ra­de die­se Ver­dich­tung aus künst­le­ri­schem An­spruch, tech­ni­scher Kom­ple­xi­tät und or­ga­ni­sa­to­ri­schem Druck mach­te das Se­mi­nar zu ei­nem ex­trem lehr­rei­chen Er­leb­nis. Die in­ten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung setz­te sich kon­se­quent in der Nach­be­ar­bei­tung fort, die eben­falls in­te­gra­ler Be­stand­teil des Se­mi­nars war. Hier wur­den die auf­ge­nom­me­nen Ma­te­ria­li­en re­flek­tiert, aus­ge­wer­tet und wei­ter­ver­ar­bei­tet – mit dem Ziel, ein stim­mi­ges Ge­samt­werk aus Klang und Bild zu schaf­fen.

Am En­de stand ein Er­geb­nis, das nicht nur die ho­he mu­si­ka­li­sche Qua­li­tät des Or­che­s­ters wi­der­spie­gelt, son­dern auch die ge­wach­se­ne Kom­pe­tenz des Ton­meis­ter*in­nen-Teams. Die Pro­duk­ti­on ist se­hens­wert – und vor al­lem hö­rens­wert – und ver­deut­licht ein­drucks­voll, wie wert­voll rea­le Groß­pro­jek­te für die Aus­bil­dung im Be­reich der Auf­nah­me­lei­tung sind.

Für In­ter­es­sier­te Hö­rer:in­nen – HIER geht es zum Vi­deo.

13. Januar 2026